Monthly Archive for Dezember, 2004

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Das “Digital Divide Network”

Sicher beachtenswert:
Digital Divide Network

[via Global Voices Online:
The site is a free online community for activists around the world interested in bridging the digital divide. Among its new features are free blogs for all DDN members, bulletin board discussions, topical communities on different digital divide issues, and an array of RSS feeds that allow you to access the site’s content by type (feature articles, event listings, blog postings, news, etc) and by topical community (literacy, community technology, e-gov, citizen journalists, etc).]

Bush im Februar in Heidelberg?

Die Online-Ausgabe des Guardian berichtet über die wieder steigenden Popularitätswerte von Gerhard Schröder und seine sich stetig verbessernden Chancen, 2006 wiedergewählt zu werden. U.a. wird auch das außenpolitische Verhältnis zu den USA erwähnt, und was lese ich da:

According to US diplomats, Bush is likely to visit Berlin in February. Officials are also exploring a presidential trip to Heidelberg, the picturesque southern town where US troops are stationed.

Sollte sich das bewahrheiten, hoffe ich doch stark dass sich da an meiner Uni-Stadt eine nicht überseh- und überhörbare Demo formiert.

“Internet has killed the music television”

Wenn ich schon damit angefangen habe (wenn auch recht lau), dann setze ich das mal mit dem Verweis auf 3 Artikel bei der SZ fort:
“Farewell, Clip!”
Clip-Regisseure waren die Avantgardisten der Bildproduktion. Dann sind sie verschwunden. Was für ein gottverdammt trauriger Abschied. [Autor: Thomas Kniebe]
Das Ende der Bewegung
Wie die Musiksender die Jugendkultur töteten – und dabei selbst zugrunde gingen. [Autor: Dirk Peitz]
Vom Glück der Bilder
Bunt, schnell, wirr? Aber nein! Videoclips sind besser als ihr Ruf – eine Verbeugung. [Autor: Oliver Fuchs]

Und auch meine Freunde von regioactive.de, dem besten Musikportal meiner Region, nehmen sich dem Thema an: MTV Killed The Videostar. [Autorin: Beatrice Steimle]
(auch die Querverweise in der linken Spalte beachten).

Zivile Opfer im Irak

Es geht gerade wieder durch die Medien. Die Besatzungsmächte im Irak weigern sich, verlässliche Zahlen bzw. Angaben zu den zivilen Opfern im Irak zu recherchieren und zu veröffentlichen. Von den USA hat man sicher auch nicht erwartet, dass sich hier etwas ändert, doch nun hat auch Tony Blair sein taktisches Desinteresse unterstrichen. Lesenswertes und Anschaubares zum Thema:
“Blair rejects call for count of Iraqi deaths” im Guardian.
“No Body Counts” auf Telepolis.
“Iraq Body Count”. Der Klassiker unter den Projekten zum Thema zivile Opfer im Irak. Richtet sich nach Medienberichten.
“Iraqi War Casualties”. Projekt von Raed Jarrar, einer der bekanntesten Blogger aus dem Irak.
Und natürlich:

Ungefähr 100.000 zivile Opfer hat der Irak seit der militärischen Invasion der USA und ihrer Verbündeten zu beklagen. Zu dieser Schätzung kommt eine in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichte Studie der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore. Die Hälfte der Opfer sind Frauen und Kinder. Das haben irakische Interviewer, die unter größten Gefahren über 900 Haushalte in 33 repräsentativen Siedlungen/Stadtviertel (”Neighborhoods”) im Land befragt haben, ermittelt. Die meisten seien an den Folgen von Bombenangriffen der Koalitionstruppen gestorben. Das Risiko eines gewaltsamen Todes, so die Studie, sei nun im Irak um das 58fache höher als vor dem Einmarsch der Koalitionstruppen.
[Quelle: Telepolis. Die Studie selbst ist auf The Lancet registrierten Usern zugänglich.]

Dieser Überblick zeigt die ganze Schwierigkeit nachzuvollziehen, was letztlich wirklich im Irak vor sich geht. Von dem Ghetto Falludja (lesen!) bis zu diesem Thema … einen immerhin kleinen Einblick in die Entwicklungen bekommt man nur, wenn man bei offiziellen Verlautbarungen auf Durchzug stellt und sich die Mühe macht, einschlägige Weblogs oder Printmedien im Netz im Auge zu behalten.

Empfehlung: Der BILDblog

Wer heute die Maischberger-Sendung auf NTV gesehen hat, wird gespannt die Diskussion von Daniel Cohn-Bendit und Hans-Hermann Tiedje verfolgt haben. Und wer sich mit seiner Meinung auf der BILD-kritischen Seite von Cohn-Bendit wiederfand, wird sicher mit Freude desöftern beim BILDblog vorbeischauen. Bis in die Untiefen des Blattes wird falschen Berichten, verdrehten und aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten, falsch dargestellten Fakten und dem täglichen BILDwahnsinn nachgegangen. Lesenswert!

Sieben Türen

Sieben Türen

Es war übrigens schön in Leipzig, mit einer Theateraufführung des Stückes “Sieben Türen” von Botho Strauß im Theater “3 nach 12″ des Soziokulturellen Zentrum “Haus Steinstraße eV Leipzig” am Freitag. Und meine Liebe Tina hatte damit Geburtstag und eine erfolgreiche Aufführung am selben Tag. Was nice!

The Yes Men

Es gibt sie noch. Amerikaner die ein anderes Bild der USA vermitteln. Mir sind insbesondere jene symphathisch, die durch außergewöhnliche Aktionen auffallen. Da gehören neben populären Gestalten wie Michael Moore sicher auch die YES MEN dazu. Letzte Aktion war das “falsche Interview”, das einer der Yes Men der BBC gab und sich dabei als Sprecher der US-Firma DOW dastellte. In deren Namen erklärte er, nun werde die Verantwortung für das größte Chemie-Unglück der Geschichte in Bhopal übernommen, Milliarden Dollar an Entschädigung gezahlt und der ehemalige CEO der indischen Justiz überstellt. Die BBC fiel dabei auf die Fake-Seite http://www.DowEthics.com/ herein.
Die ganze Story machte ordentlich Schlagzeilen in den letzten Tagen. Ein Video des Interviews und mehr findet ihr hier auf den Seiten der Yes men.

Fallujah in pictures

Die Photoblog-Seite Fallujah in Pictures – von einem anonymen New Yorker erstellt – lässt nach wie vor nicht nach und zeigt erschreckende Bilder, die sich in den großen Print und TV mainstreammedien kaum wiederfinden. Ihr findet die Seite auch in meinen Links, aber sie sei hier nochmals ausdrücklich empfohlen. Mittlerweile findet man auch Bilder aus anderen Schauplätzen des Krieges im Irak.