Die Strafanzeige des CCR war nicht erfolgreich. Wie zu erwarten war, wird gegen Donald Rumsfeld nicht ermittelt. Generalbundesanwalt Nehm wird auf Spiegel Online mit den Worten zitiert: Deutsche Ermittler könnten die Strafverfolgung erst dann aufnehmen, wenn US-Behörden nicht handelten. Dafür gebe es aber keine Hinweise. “Es liegen zudem keine Anhaltspunkte dafür vor, dass ein Deutscher als Täter an den angezeigten Tathandlungen beteiligt war”.
Eine politische Entscheidung im Rahmen des Ermessensspielraumes der Staatsanwaltschaft, denn es ist nicht entscheidend, dass Deutsche als Opfer oder Täter an den Verbrechen beteiligt sind. Von der Verfolgung kann aber abgesehen werden. Und die US-Behörden handeln ja auch irgendwie.
Monthly Archive for Februar, 2005
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Nachdem ja jeder in den Medien mit der geschätzten Angabe von zuerst 72% Wahlbeteiligung, dann 60% Wahlbeteiligung zufrieden war und sich erste Tendenzen abzeichnen (Sistanis Webseite), muss man auf das offizielle Ergebnis noch länger warten. Eigentlich sollte es heute veröffentlich werden.
“Iraqi officials said Wednesday they must recount votes from about 300 ballot boxes because of various discrepancies” (Boston Globe).
Auch andere Fragen bleiben weiterhin offen. Die bekanntesten davon sind sicherlich, dass es in manchen Gebieten zu wenige Stimmzettel gab, in anderen die Wahllokale erst gar nicht geöffnet wurden und Probleme in den kurdischen Regionen. Nun heißt es schlicht, die Ergebnisse werden später bekannt gegeben, ein genauer Zeitpunkt ist nicht bekannt. Wozu auch Eile, könnte man fragen, ist es doch für den Westen angenehm endlich positives aus dem Irak zu vermelden, auch wenn es auf geschätzten Zahlen beruht. Das stützt leider die These:
“The Iraqi elections were designed not to preserve the unity of Iraq but to re-establish the unity of the west” (Tariq Ali im Guardian).
Die Wahlen als wunderbare Chance, den Irakkrieg nachträglich zu legitimieren. Bleibt zu hoffen, dass sich die jüngsten Probleme rund um die Auszählung im Sinne der Iraker schnell ausräumen lassen.
Das wird alle hardcore-user von delicious freuen:
Cocoalicious in der neuen Version 1.0b31 macht es möglich, die abgelegten bookmarks im Volltext zu durchsuchen.
“To try it out, download b31 and choose “Index All Posts” from the “File” menu. Wait until the little progress indicator shows the indexing has finished, choose “Full Text,” and search away.”
Yes, I’ll try. Download hier.
Und: Funktioniert prima!
Ich freue mich auf das kommende Beck-Album Guero. Solange bis es erscheint kann man sich schon mal am neuen Video erfreuen (real).
[via stereogum]
Jeff Tweedy von WILCO im Gespräch mit Lawrence Lessig über Musik, das Netz und filesharende Fans:
“‘Music,’ he (Tweedy) explained, ‘is different’ from other intellectual property. Not Karl Marx different – this isn’t latent communism. But neither is it just ‘a piece of plastic or a loaf of bread.’ The artist controls just part of the music-making process; the audience adds the rest. Fans’ imagination makes it real. Their participation makes it live. ‘We are just troubadours,’ Tweedy told me. ‘The audience is our collaborator. We should be encouraging their collaboration, not treating them like thieves.’”
(der ganze Artikel auf Wired, Why Wilco Is the Future of Music)
(dazu passt “Befreit die Musik” auf TP)
Die Mainstream-Medienszene in den USA sieht sich immer mehr Kritik ausgesetzt und wird zunehmend verunsichert. The New Yorker bringt einen sehr interessanten Artikel dazu.
Why is everyone mad at the mainstream media?:
“Journalism that is inquisitive and intellectually honest, that surprises and unsettles, didn’t always exist. There is no law saying that it must exist forever, and there are political and business interests that would be better off if it didn’t exist and that have worked hard to undermine it. This is what journalists in the mainstream media are starting to worry about: what if people don’t believe in us, don’t want us, anymore?”
Dazu noch dieser Beitrag, “The end of objectivity”, auf The Long Tail:
“(…) Today in the US the newspaper is fading, as is its influence on American journalism: news and information is becoming a commodity. What will rise as a differentiating competitive advantage? I’d argue that it’s not so much pure opinion and political partisanship (although that’s been the case on radio) as it is sensibility and worldview.
Perhaps the best example of sensibility is The New Yorker, (…) making its audience feel like they’ve joined a somewhat exclusive club of smart, sophisticated people. (…)
Perhaps the best examples are blogs, which at their best have a distinctive and human voice, driven by the interests, values and sensibility of their author. (…)”
Easongate geht weiter. Richard Sambrook (Director BBC World Service and Global News), der ebenfalls an der Debatte in Davos teilgenommen hatte, äußert sich auf pressthink:
Eason’s comments were a reaction to a statement that journalists killed in Iraq amounted to “collateral damage”. His point was that many of these journalists (and indeed civilians) killed in Iraq were not accidental victims–as suggested by the terms “collateral damage”–but had been “targeted”, for example by snipers. He clarified this comment to say he did not believe they were targeted because they were journalists (…)
Er macht zudem darauf aufmerksam, wie schwer es ist die Vorfälle bei denen Journalisten ums Leben kommen tiefergehend zu untersuchen. So erinnert auch er an den Fall Hotel Palestine, für den es bis heute noch keine schlüssige Erklärung gibt.
Die differenzierte Betrachtung der Sache ist hier mal wieder der Schlüssel: Gezielte Tötungen ja, aber nicht aufgrund der Tatsache, dass es sich um Journalisten handelt. Ein echter Knackpunkt und kein Wunder, dass sowas nicht ins neokonservative schwarz/weiß Bild passt. Statt Differenzierung wird das Thema zusammen mit dem GI Joe Hoax zu einer zweifelhaften Medienkritik vermischt.
Nachtrag 10.02.05: Mittlerweile hat die ‘konservative Front’ gegen Eason Jordon auch einen ganz dem Fall gewidmeten Weblog gestartet.
…nicht nur am Thema vorbei, sondern närrisches Zeugs: 5 GRÜNDE warum das so ist auf Die Zeit. Und mehr bei der FR. Siehe auch ‘Wer hat Schuld am braunen Mann?’.
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