Die Franzosen spielen mit ihrer kommenden Abstimmung eine zentrale Rolle dabei, was aus der Europäischen Verfassung wird. Wie man allerlei Berichten entnehmen kann, gibt es dort Infomaterial in Hülle und Fülle. Die Befürworter kämpfen ja auch gegen wachsende Skepsis. In Deutschland scheint mir das nicht so, aber hier haben die Bürger auch keine Möglichkeit, pro oder contra der Verfassung mitzubestimmen. Das resultiert offenbar in einem ziemlichen Desinteresse. Höchste Zeit sich selbst ein Bild zu machen von dem 485-Seiten umfassenden Werk und Kritik.
Auf http://europa.eu.int/constitution findet sich verschiedenes Infomaterial und den kompletten Text kann man als pdf laden.
(Abstimmung, Referendum oder Parlamentsentscheid: Grafische Übersicht wie in den EU-Staaten entschieden wird bei der FR).
Im amerikanischen Fernsehen startet gerade eine neue und bemerkenswerte ‘Werbekampagne’.
Just im gleichen Monat, in dem Ariel Sharon in den USA weilt und sich über den point of no return in der iranischen Nuklearwaffenentwicklung äußerte. Nur wenige Monate seien es, dann habe der Iran zwar noch keine Atomwaffen, sei aber auf dem Weg in dieser Richtung nicht mehr aufzuhalten. Und just, als Rumsfeld für einen Kurztrip im Irak weilte, um ganz persönlich der Demokratisierung weiter auf die Sprünge zu helfen. Da er dies nun ja meisterhaft gemanaged hat, kann man sich endlich neuen Themen widmen. Wie eben z.B. dem Iran. Nur weil man davon ausgeht, alles in allem sei der Iran noch 5 Jahre vom Bau der Bombe entfernt, heisst das ja nicht, dass dieser Schurkenstaat nicht mit einer sog. ‘dirty bomb’ oder ähnlichem auf amerikanischen Boden zuschlagen könnte.
Diese Gefahr muss man letztlich auch irgendwie der US-amerikanischen Öffentlichkeit mitteilen. Der informierte Bürger ist ja das A&O in einer Demokratie. Und was eignet sich besser als in Supermärkten bestplatzierte Bücher und eine begleitende Fernsehwerbung dazu? Initiator dieser Kampagne ist die Iran Freedom Foundation und deren Mitbegründer ist Jerome Corsi, Republikaner und Autor dieses Buches: “Atomic Iran. How the Terrorist Regime bought the Bomb and American Politicians.” Zuvor veröffentlichte er bereits einen Bestseller, der die heroische Vietnamvergangenheit von John Kerry in Frage stellte. Die Marketingkampagne für “Atomic Iran” beschreibt ‘Gorilla in the Room’ in einem an “1984″ angelehnten Stil so:
A new paperback had suddenly appeared all over America. It had an olive-toned Middle Eastern looking face, swarthy, foreign, expressionless, with eyes which seemed to follow you everywhere you went, except when you looked into those eyes, where you see mushroom clouds — the symbol in the popular imagination for the end of Western civilization, no matter how that might come about. The image has been plastered on every pulp-novel shelf, in every supermarket, every B. Dalton’s, and every Wal-Mart, even outnumbering the books about George W. Bush.
Aber letztlich verkauft sich nichts besser als mittels Fernsehwerbung. Darum lies sich es die ‘Iran Freedom Foundation’ nicht nehmen, 2 Spots zu schalten. Diese zeigen verschiedene Aussagen von Journalisten und Politikern zu den drohenden Nukleargefahren aus dem Iran und ein Szenario, in dem eine US-Großstadt von einer Atombombe vernichtet wird. Man kann sich die Spots, betitelt mit “An Atomic 911: When Evil is Appeased”, auf der Webseite der IFF ansehen.
Wer genau, zumindest finanziell, hinter der IFF steckt, bleibt ein wenig unklar. Ein Kommentator auf warblogging.com vermutet jedoch deutliche Verbindungen zu den neocons.
Auch andere Konflikte spitzen sich zu. Im Fall von USA vs. Venezuela wird Präsident Chávez mit den Worten zitiert:
Goliath ist nicht unbesiegbar, der Imperialismus ist nicht unbesiegbar. Das macht ihn noch gefährlicher, das stimmt. Denn der Imperialismus beginnt seine Schwächen zu spüren, deshalb greift er zur brutalen Gewalt. (via Zmag)
Auf wen er hier anspielt dürfte klar sein. Telepolis hat mehr zu diesem schwelenden Konflikt. Angst, Fernsehwerbung, potentielle kommende Kriege. Dass diese Propaganda funktioniert, zeigte der Irakkrieg, und das macht einem wirklich Angst. Diese Welt ist labil, sehr labil, und große Veränderungen finden gerne mal ganz schnell und vermeintlich plötzlich statt. Und damit spiele ich nicht darauf an, der Iran werde morgen eine A-Bombe auf amerikanischen Boden zünden. Im Gegenteil hoffe ich, bei den Präsidentschaftwahlen im Juni mögen sich die Reformer durchsetzen und einen Wandel von innen einleiten, bevor GWB tatsächlich wieder Freiheit bombt.
Italian investigators have clashed with Americans over plans to absolve US soldiers of any blame for the death of the Italian secret service agent Nicola Calipari, killed while escorting an Italian hostage out of Iraq last month. The Italians are also unhappy that the US will not let them examine the car in which Mr Calipari was travelling when shot. The joint investigation is deadlocked and the dispute is holding up the final report on the incident.
Ganzer Artikel auf Guardian Unlimited: Italy in row with US over shot spy. [in row = in einer Auseinandersetzung]
Ein weiterer Artikel findet sich in der FAZ.
Recent figures being released and continued growth in the Blogosphere has led me to believe that despite some media groups still making claims that there are only 8 or 10 million blogs in existence the number is now higher than the 34.5 million blogs I calculated in January.
Etwas über 50 Millionen, schätzt Duncan Riley vom Blog Herald, Weblogs gibt es derzeit weltweit. In seinem Posting gliedert er das nach Bloganbietern wie Goggle, Typepad etc. und nach Regionen auf.
Markos Moulitsas, Initiator des linksorientierten und erfolgreichen Weblogs Daily Kos, war am Sonntag von CSPAN zu einem einstündigen Gespräch über sich und seine Aktivitäten in der Blogosphere geladen. Das Ganze gibt es nun als archivierten Real-Video-Stream auf der Webseite des Sendung Q&A.
Was?
Leute wie Jürgen Drews oder Kader Loth. Die wird man einfach nicht mehr los. Wie einen Herpes. Da kann man kratzen oder Creme draufschmieren – doch nach einer Weile sind sie wieder da.
Oliver Kalkofe findet einige treffende Worte zum Fernsehen der Gegenwart in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau.
Published on
12. April 2005 in
Musik.
Via diesem lesenswerten Artikel von Wolf-Dieter Roth anlässlich der aktuellen Abmahnwelle gegen Songtext-Webseiten findet sich eine gute Übersetzung von Zappas ‘Bobby Brown’. Aber zur Sache: Diese Abmahnwelle ist eine Frechheit, die Musikindustrie richtet sich weiterhin und noch verstärkt selbst wenn sie so vorgeht. Erst nahm man uns, wohl um Druckkosten weiter zu senken, ausführliche und gute Booklets mit abgedruckten Texten. Ich gehöre noch der Generation Schallplatte an, und es war ein wunderbares Gefühl, sich mit dem Innensleeve voller Texte vor die Anlage zu setzen um wieder und wieder seine Lieblingssongs zu hören und mitzulesen (-oder singen). Und jetzt geht man also gegen die Veröffentlichung von Lyrics im Netz vor. Traurig. Aber man weiß in den oberen Etagen wohl nur zu gut, dass der Text wichtig ist wie die Musik selbst. Wenn der Hörer den Scheiß in den Charts versteht werden diese Soundstudio-Abfallprodukte eben endgültig schwer verkäuflich (vgl. Jan Wiggers Rezension der neuen Garbage). Merke als Musiker oder Band: Veröffentlicht eure Texte selbst. Und die Musik am besten auch. Oder alle Hoffnung auf die Independents? Gilt das noch?
Die Kurden scheinen ganz stolz auf ‘ihren Mann’ Jalal Talabani – den neuen Präsidenten des Irak – zu sein. Zumindest der Blogger ‘Kurdo’, der auf seinem Weblog das Leben von Talabani knapp aber bebildert beschreibt. Auf CNN sagte Talabani heute übrigens, die US-Truppen sollten noch 2 weitere Jahre im Irak verbleiben (oder eher doch bis 2009?). Mit der Regierungsbildung beauftragte er Ibrahim al-Dschaafari, der das innerhalb von 2 Wochen bewerkstelligt haben will.
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