“Die Partei” Mannheim

… hat einige gute Ansätze im Wahlprogramm (Agenda 2012), z.B. zur Integrationspolitik:

“2.: Integration

Mannheim ist eine Stadt die Bürger unterschiedlichster kultureller Herkunft vereint. In Mannheim ist so selbst eine eigene Kultur gewachsen. Geprägt durch Punks, Lans und Waldhof-Fans entwickelte sich sogar eine eigene, für außenstehende kaum verständliche Sprache. Auf diese Integrationsleistung ist Mannheim zu Recht stolz.
Doch auch hier gibt es schwarze Schafe, die sich allen Bemühungen um Integration widersetzen, nicht willig sind Sprache und Gestik zu erlernen und in Parallelgesellschaften ihre eigene fremde Kultur pflegen und so eine Gefahr für das Zusammenleben in Mannheim darstellen: BWL-Studenten, Anwälte, Konservative Politiker, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Hier wird die PARTEI Mannheim mit harter Hand durchgreifen. Neben Sprachkursen wird ein Jahr Wohnen im in Vogelstang für alle Mannheimer, die sich nicht in das gesellschaftliche Gesamtbild einfügen, zur Pflicht. Des Weiteren wird die PARTEI Mannheim den Studiengang BWL von der Universität Mannheim verbannen. Diese Maßnahmen werden das Zusammenleben in Mannheim auf lange Zeit sehr viel einfacher und schöner machen. ”

Die Direktkandidatin Alina Anghel (Bild) macht ebenfalls einen durchaus symphathischen Eindruck. Wäre da doch nur nicht die saudoofe Forderung der von Titanic ins Leben gerufenen (und zugelassenen) Partei nach der Neugliederung der Bundesländer. Alle jungen Länder zu einem zusammenfassen, Sonderbewirtschaftungszone, Mauerbau …

Schlingensiefs “Chance 2000” fand ich damals im Wahlkampf ’98 dann doch überzeugender.

  • Schoggo-TV 15. August 2005 at 8:46 am

    Seit wann …
    … tragen BWL-Studierende schwarze Tschadors?
    … gehen Anwälte nur in den unteren Quadraten einkaufen?
    … sprechen einige konservative Politer/innen nur nicht-deutsch?
    … wäre solch eine Liste endlich?
    Summa sumarum:
    Wahrlich eine gelungene Desintegration.
    Fazit:
    Es kann halt’ nicht sein, was nicht sein darf.

  • woweezowee 15. August 2005 at 9:57 am

    Was ist los mit Ihnen? Kein Humor, Rassist oder einfach nur angepisst dass solche wie Sie eben nicht überall beliebt sind in Mannheim?

  • Schoggo-TV 18. August 2005 at 10:24 am

    >”Was ist los mit Ihnen?”
    Danke, alles ist in bester Ordnung.

    >”Kein Humor(?)”
    aber doch, siehe mein erster Kommentar.

    >”Rassist(?)”
    Suggestivfrage?

    >”einfach nur angepisst(?)”
    in Mannheim gewöhnt mensch sich (leider) an einiges.

    >”dass solche wie Sie”
    ja, wie bin ich denn bzw. welcher Gruppe gehöre ich denn zu?

    >”nicht überall beliebt sind in Mannheim”
    Zum Glück sind wir Individuen, i.e. verschieden.

    Meiner Meinung nach haben Kritiker bzw. Vertreter der einseitigen Integrationsleistung zuweilen selbst ein Problem mit abweichenden Meinungen und diesbezüglich noch eine Menge eigener Integrationsarbeit zu leisten.

  • woweezowee 18. August 2005 at 10:28 am

    Also ich hatte dieses “Partei”-Programm ausschließlich humorvoll verstanden. Selbstverständlich gibt es ernste Fragen auch an die Integrationspolitik in Mannheim. Ich hatte den Eindruck, der Verweis zum “Titanic”-magazin kam bei Ihnen nicht so recht an.
    Als u.a. “Kulturschaffender” gehöre ich einem Personenkreis in Mannheim an, der sich eben gerne mal über “unsere” BWLer mockiert.

  • Schoggo-TV 18. August 2005 at 12:16 pm

    Ooops, dann hatte ich wohl doch wirklich etwas übersehen – peinlich!
    Persönlich bereitet mir das zunehmende Nebeneinander hier in Mannheim einfach Sorge – vielleicht weil ich durch meine Studiengänge für solche Themen einfach sensibler bin (meine Parteizugehörigkeit ist für diese Berufsgruppe/n sehr untypisch), vielleicht weil ich aus einer Kleinstadt komme und anderes gewöhnt bin. Geschehen muß da etwas, wobei ich aber eben nicht bereit bin, nur von der einen Seite etwas einzufordern und gegenüber der anderen nur “Nachsicht” zu üben. Und im gleichen Maße möchte ich nicht auf einem Auge blind sein und nur einer Gruppe Kritik zukommen lassen: “Jeder hat ein Recht auf Verarschung” (H. Schmidt?). Für mich auch ein Zeichen, daß man den anderen tatsächlich ernst nimmt – und nicht nur die BWLer in Mannheim auf dem Arm wiegt.

  • woweezowee 18. August 2005 at 2:05 pm

    Wenn die im Netz kursierende Einschätzung Sie seien CDU-Mitglied zutrifft, dann haben Sie doch seicher einen Link auf ein regionales Programm der CDU, in dem dargestellt wird was “da geschehen muss”?!?

  • Schoggo-TV 18. August 2005 at 3:12 pm

    Ja, ich bin Mitglied in der CDU und wer sich meine Seite einmal genauer anschaut (auch und gerade mein Satement zur Web-Affäre), der wird hoffentlich merken, daß ich aus dem gängigen Stereotyp eines CDUlers falle (zumindest habe dies die Websozis bereits so erkannt und anerkannt).
    Ja, ich bin Mitglied. Wieso habe ich bei den Reaktionen einiger Mitmenschen auf dieses “Bekenntnis” nur immer wieder das Gefühl, daß ich eine schreckliche Krankheit o.ä. hätte – äääh, ob man dies als “linkes Mobbing” & “Diskriminierung von Links” auslegen könnte? 😉
    Ja, ich bin Mitglied und habe dennoch meinen eigenen Kopf – und nur so funktioniert Demokratie bzw. demokratische Willensbildung in einer Gruppe. Manchmal habe ich den Eindruck, als ob man der CDU diese Prozesse absprechen möchte. Konservative haben konservative Werte, d.h. sie sind gegenüber Veränderungen sehr kritisch eingestellt, lassen sich aber in einer Diskussion gerne vom Gegenteil überzeugen. Dogmatische Menschen haben im Gegenteil oft sehr liberale Werte, aber halten an diesen eben prinzipiell (dogmatisch) fest – Diskussionen fruchten hier nur selten.
    JA, ich bin Mitglied. Gerade deshalb weiß ich, daß es innerhalb der CDU zwei Richtungen gibt, wenn es Probleme der Integration geht. Ich weiß auch um Mitglieder, welche sich im Privaten um Integrationsmaßnahmen kümmern [näheres kann ich hier öffentlich nicht berichten] – da wird halt’ nur nicht so viel Geschrei darum gemacht.
    Persönlich habe ich die Einstellung des “Förderns durch Fordern” – Integration ist auch eine Bringschuld.
    Ja, ich bin Mitglied. Ich bin immer wieder verwundert, weshalb alle CDUler in Mannheim deshalb zwangläufig in moralischen Verruf geraten. Wieso geschieht dies meist durch links-alternative Kreise, die sich doch sonst immer für die Einzigartigkeit des Individuums und dessen Persönlichkeitsrechte so stark machen?

  • woweezowee 18. August 2005 at 3:29 pm

    Hm. Mir ging es weniger darum, Sie zu einer Rechtfertigung Ihrer Parteiangehörigkeit zu nötigen, als darum, einfach mal die konkreten Punkte der lokalen CDU nachlesen zu können.
    Was die von Ihnen angesprochenen Punkte angeht: Gründe, die gegen die Union sprechen, werden sicher oft genug an Sie herangetragen. In diesem Blog kommt ab und an auch mal einer vor. In Mannheim gibt es wohl deshalb einen besonders schweren Stand, weil in dieser klassischen Arbeiterstadt (“in Mannheim die Fabrik” > Badnerlied) das linke Spektrum lange dominierte.
    Für die Einzigartigkeit des Individuums und dessen Persönlichkeitsrechte hat sich z.B. kein CDUler stark gemacht, als es darum ging das JUZ in O4,8 zu erhalten. Da zählte eben die Einzigartigkeit der Verlockung des Geldes.
    Aber damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich betrachte beide Volksparteien äußerst kritisch.