Monthly Archive for Februar, 2006

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“I Need You So Much Closer”

die Zeile schwirrt im Ohr und ich lasse sie nicht raus.
(DCFC, FaM, 14.02.06)

Vernachlässigte Themen und Nachrichten 2005

Seit 1997 stellt die Initiative Nachrichtenaufklaerung eine spannende Liste der in den Medien vernachlässigten Themen vor. Für 2004 war das Topthema Abschiebung und heute wurde die Top 10 für das vergangene Jahr 2005 veröffentlicht:

1. Korruptionsbekämpfung durch die UNO – Deutschland ist nicht dabei.

Ecuador hat es geschafft, Uganda und Peru auch. Nur Deutschland war nicht dabei, als die UN-Konvention gegen Korruption am 14. Dezember 2005 in Kraft trat. Sie verbietet Politikern jegliche Annahme von Präsenten und Annehmlichkeiten und macht eine schärfere strafrechtliche Verfolgung möglich. Vorteilsnahme wird bei deutschen Bundestagsabgeordneten bislang nur dann strafrechtlich verfolgt, wenn der Verkauf einer Stimme bei einer Abstimmung nachgewiesen werden kann. Nach Ansicht von Korruptionsbekämpfern könnte mit einer Umsetzung der Konvention der zentrale Schwachpunkt in den deutschen Anti-Korruptions-Bestimmungen beseitigt werden.

Auf den weiteren Plätzen sind folgende Themen gelandet:

2. Bedenklicher Einsatz von Wahlmaschinen
3. Der Pestizid-Bumerang: Die verbotenen Gifte kommen zurück
4. Strategie der Abhängigkeit: Irakische Bauern müssen Lizenzgebühren für Saatgut zahlen (vgl. meinen Eintrag aus dem März 2005)
5. Geheimdienste überwachen unkontrolliert die digitale Kommunikation in Europa
6. Fehler im System: Wie der “Grüne Punkt” ausgehebelt wird
7. Deutschland verschläft die Energiewende
8. EU-Chaos beim digitalen Fahrtenschreiber
9. Schmutzige Kredite
10. Vom Petro-Dollar zum Petro-Euro: Iran plant neue Ölbörse

[Initiative Nachrichtenaufklärung -- Topthemen 2005]

Vorfreude (und Nachtrag)

Wer sich da freut? Guckst du hier (oder da).

Nachtrag 14.02. 14.35h:
K. Stuttmann ist auch Zeichner der umstrittenen Iran-Fußball-WM-Karikatur. In einem Interview erklärt er, dass seine eigentliche Kritik auf den möglichen — zumindest von Schäuble erwünschten — Bundeswehreinsatz während der Fußball-WM abzielte.

Mannemer Müll

Die Streiks im öffentlichen Dienst sind offenbar Thema des Tages. Hier und da gibt es gelegentlich Bilder aus Mannheim zu sehen, v.a. überquellender Mülltonnen (auch der Sperrmüll vergangene Woche wurde ersatzlos gestrichen). Darum eine Nachricht von der Front: Es geht noch, bisher ist alles halb so wild. Als Mannheimer ist man sowieso einiges gewöhnt, was Gestank und Dreck angeht.

Prügel

Nachdem ein Video aufgetaucht ist, das angeblich britische Soldaten beim brutalen Verprügeln junger Iraker zeigt, hat die Regierung in London eine Untersuchung angeordnet. (…) Fernsehsender hatten … ein Video ausgestrahlt, auf dem Soldaten in Gefechtsuniformen zu sehen sind, die drei harmlos aussehende Jugendliche in einen von einer Mauer umgebenen Hof zerren und mit Knüppeln verprügeln. Zu hören ist eine Stimme – offenbar die des Kameramanns – die die Soldaten anfeuert. Das Band soll 2004 in der irakischen Stadt Basra aufgenommen worden sein.

Video zeigt Misshandlung junger Iraker; tagesschau.de.

Wanna see? (urgh!) Das wiederbelebte MENAlog kommentiert: “Die Ausführlichkeit der Berichterstattung (in arabischen Medien) zeigt, wie stark diese Ereignisse die arabische Öffentlichkeit aufrütteln. Im Ergebnis wird so das Gefühl bestärkt, Opfer von Ungerechtigkeit, Gewalt und Willkür zu sein, ohne etwas dagegen unternehmen zu können.”

(vgl. auch “Britische Medien wurden “angeführt”” und “Britische Schlägertruppe kam aus Deutschland” auf Telepolis)

Unterstützung oder offenes Bekenntnis?

Diese Unterstützerliste dürfte ihresgleichen lange suchen. Merken!

Zu den Unterzeichnern gehören neben “Focus”-Herausgeber Helmut Markwort, (…) sowie Journalisten von “Welt” und “Frankfurter Allgemeiner Zeitung” auch Personen aus dem rechtsintellektuellen Spektrum wie der frühere Generalbundesanwalt Alexander von Stahl. In der Unterzeichnerliste tauchen zudem Verleger revisionistischer und antisemitischer Bücher auf. (Berliner Zeitung) //

Joachim Fest, der Historiker und Publizist Arnulf Baring, SPD-Bundesminister a.D. Andreas von Bülow, die CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler und Norbert Geis, der Chefredakteur der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, Helmut Matthies, die Schriftsteller Eckhard Henscheid, Arno Surminski und Ulrich Schacht, die Hochschullehrer Martin van Creveld, Ernst Nolte, Helmut Quaritsch, Robert Spaemann, Theodor Schweisfurth, Alfred M. de Zayas, die Journalisten und Autoren Gernot Facius, Günter Gillessen, Michael Klonovsky, Fritz Schenk, Klaus Wippermann, Botschafter a.D. Horst Weisel (…) (netzeitung)

Alle wollen das ‘nationalkonservative’ Schmierenblatt “Junge Freiheit” auf der Leipziger Buchmesse sehen. Vielleicht sind manche davon tatsächlich so blöd, dass sie alles unterschreiben was man ihnen unter die Nase hält. Glaube ich aber nicht.

[via Chuzpe]

Cindy Sheehan auf kurzer “Europatour”

Im August 2005 eroberte Cindy Sheehan, die Mutter eines im Irakkrieg gefallenen US-Soldaten, mit einem wochenlangen Sitzstreik vor der Ranch von George W. Bush in Texas die internationalen Medien. Jetzt besucht Cindy Sheehan für sechs Tage Europa und zum ersten Mal Deutschland. Ihr erster Weg führt nach Aachen zum Aachener Friedenspreis. Cindy Sheehan wird am 9. März im Krönungssaal des Rathauses in einer Veranstaltung des Aachener Friedenspreises im Rahmen der Aachener Friedenstage sprechen und am nächsten Morgen ihre Auftaktpressekonferenz für Deutschland geben.

[weiterlesen bei Klarmanns Welt]

Besser als SPON: die internationale Version

1. Überschwemmt den Leser nicht mit zu vielen News und Trivialitäten.
2. Bietet sogar im Verhältnis deutlich mehr gute Beiträge.
3. Interessante Kooperationen, z.B. mit salon.com.

Aktuelle Beispiele:
a.

The great majority of Muslims in Europe feel they are Europeans. They may face troubles sometimes and may face negative perceptions, but the great majority of Muslims in Europe are demonstrating that they are citizens of Europe and want to change the image of Islam.

Ein Interview mit Tariq Ramadan.

b.

It isn’t just about some cartoons. It is about independence and the genuine liberty to define yourself rather than being defined by the imperial West.

Ein von salon.com übernommener Artikel von Geschichtsprofessor und Blogger Juan Cole.