
Bitte entschuldigen Sie die Unterbrechung, werter Leser. Ich weile in Paris und beschäftige mich mit Free Jazz Jamsessions in absolut kaputtgerockten Locations, Gigs von Nada Surf, den Stars, den Arctic Monkeys (…) und der Suche nach einer weiteren Bleibe. Kaum zurück werde ich umziehen (und Blumfeld live hören – außerdem selbst live spielen) — da fällt einiges für an und mein Netzzugang wird zwischenzeitlich auch still liegen*. Ich empfehle all die guten Weblogs in meiner Blogroll. Hier geht es dann von der neuen RL-Location aus zwischen Mitte und Ende Mai weiter.
* (wer mag schon 99€ erneute Bereitstellungsgebühr zahlen, nur weil man seinen bisherigen Anschluß wie Telefon einfach mitnehmen will? Dann doch lieber kündigen und neu beauftragen. Gibt’s dann sogar plus Modem und verbilligten ersten Monaten. Kranker Verein.)
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18. April 2006 in
Musik.

(iTunes) Hm. Die neue Blumfeld. Demnächst. Schlager? Und Jan Wigger in seiner Kritik:
Jetzt geht wieder alles von vorne los: Der mittlerweile fest im Fleisch sitzende Argwohn der Enttäuschten, die Blumfeld schon seit “Tausend Tränen Tief” nur noch für eine Schlagerband halten. (…) Man geht auf Zehenspitzen, man verlässt das Zimmer nicht mehr: Man möchte keine einzige Sekunde von “Verbotene Früchte” verpassen. (10) Jan Wigger
Also ok. Einfach mal überraschen lassen (ab dem 28.4. erhältlich).
Auf die Fake-Doku über HumaniTV war ich anfangs tatsächlich reingefallen. Wie nahe die Realität in London mittlerweile rückt, zeigt ein Artikel auf Telepolis:
Bald sollen bis zu 20.000 Menschen Zugang zu den Aufnahmen von Überwachungskameras erhalten und von ihren heimischen Fernsehgeräten und Computerbildschirmen aus ihre Nachbarschaft beobachten.
[Videoüberwachung neuer Qualität: in London sollen Bewohner ihr Viertel selbst beobachten]
OK. Ich schließe mich Jan an,
Zitat: “RSS ist übrigens nur ein Beispiel für Infosmog. Nachrichtenjunkies, die den ganzen Tag nebenbei Phoenix, N-TV oder Deutschlandradio konsumieren müssen, können vielleicht auch ganz gut mitreden.”
…aber in etwas abgewandelter Form: Bei mir fliegen jetzt alle RSS-Feeds ohne den vollen Text der Postings aus dem Reader; also solche die entweder keine oder nur unzureichende Zusammenfassungen per RSS versenden. Da bleiben weiterhin viele gute Blogs übrig und die ein oder andere Ausnahme werde ich eventuell machen.
Es ist, als eine die Iraker lediglich der Tod. Früher war dies der Tod unter der eisernen Faust des Diktators, der in seinen Gefängnissen Oppositionelle liquidieren oder in seinen endlosen Kriegen junge Männer wie Vieh abschlachten liess. Heute ist es der Tod in einer imaginären Demokratie, wo man sich gegenseitig niedermetzelt. (…) Keiner spricht mehr von der wesentlichen Frage: Wie weit ist die Demokratie gediehen? Was für eine Demokratie, in der die Iraker da nach drei Jahren Lug und Trug leben – alles nur (höchst unschöner) Schein!
Eine Bilanz des irakischen Schriftstellers Najem Wali in der NZZ.
Nachtrag 13.4.: Wali legt in der Frankfurter Rundschau nach (”Übergänge sind irakisches Schicksal; Zwischenruf aus einem Land fortwährender Zerstörung. Eine bittere Bilanz nach drei Jahren.).
Dieser Kommentar von Claus Christian Malzahn — ebenfalls Erwiderung auf Barings BILD-Interview — überrascht mich sehr; und zwar positiv:
Es ist deshalb höchste Zeit, mit ein paar Mythen aufzuräumen: Weder Rot-Grün oder die naiven Multikulti-Befürworter tragen die Hauptschuld an der jetzigen Integrationsmisere. Der Mann heißt Helmut Kohl. Einwanderungspolitik hat diesen Kanzler, der das Land immerhin von 1982 bis 1998 regierte, trotz türkischer Schwiegertochter nicht interessiert. Eisern wurde am deutschen Blutrecht festgehalten, Einwanderung wurde nicht gesteuert, sondern entwickelte sich anarchisch über das Asylrecht oder den Nachzug von Gastarbeiter-Familien. Für in Deutschland lebende ausländische Kinder galt damals nicht einmal grundsätzlich die Schulpflicht – wer nur “geduldet” wurde, brauchte ja nicht Lesen und Schreiben zu lernen.
Als in Deutschland dann Anfang der Neunziger Jahre in Solingen, Mölln und Rostock-Lichtenhagen Menschen verbrannt wurden und Flammen aus Asylunterkünften loderten – war Kohl nicht da. Der Mann, der so viel über die Macht von Symbolen wusste, ließ sich mit den ausländischen Opfern nicht fotografieren. Er besuchte nicht einmal die Tatorte. Warum? Weil die Opfer keine Deutschen waren? Die Antwort steht noch aus.
Wenn man Artikel von Malzahn desöfteren liest, weiß man, dass er durchaus Schlußfolgerungen zum politischen Zeitgeschehen zieht, denen ich nie zustimmen würde. Aber in der Tat, diese Forderung unterschreibe ich sofort: Aufräumen mit Mythen. Wahrnehmung justieren, Herr Baring, Stoiber, BILD & Co. … ! *
* Ich räume ein, das ist natürlich Unsinn. Da wird eine Agenda verfolgt, die solche Themen nur mißbraucht um ganz andere Ziele zu erreichen.
Es gibt zehn Regeln, an die man sich halten muss, um den Ausländern in Deutschland den Weg zur Integration erfolgreich zu verbauen. Der Politik ist es seit dem Aufruhr über die Zustände an der Rütli-Schule in Berlin gelungen, viele dieser Regeln zu beherzigen.
Die Regeln nachlesen und nicht beherzigen: “Die zweite Deutsche Einheit” auf sueddeutsche.de.
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