Mir war gerade danach You Tube zu testen. Dem ganzen Hype um diese Web2.0-Plattform kann man sich ja nur schwerlich entziehen, spätestens seit selbst Senioren die Video-Community für sich entdeckt haben. Viele Videos habe ich bisher nicht gemacht, eine ‘richtige’ Cam besitze ich gar nicht mehr und meine iSight fristet eine reichlich untätige Existenz. Älteres Material findet sich bei Menschen in meinem Alter leider nur analog auf verstaubten VHS-Kassetten. Das folgende bei YouTube hochgeladene Video aus dem Jahr 2000 war dementsprechend mein erster und bis dato einziger Versuch, eine meiner Bands mit bewegten Bildern einzufangen. Das etwa 2 Jahre andauernde Projekt NIX bestand hauptsächlich aus der Kooperation zwischen Stefan, der auch bei ToN-qUI-NoiSE das Schlagzeug bedient hatte, und mir. Alle Songs und Texte stammten jedoch von ihm. Die Aufnahmen zu dem Clip entstanden während Demoaufnahmen in einem kleinen Tonstudio im schönen Odenwald; veröffentlicht wurden die Songs und das Video gemeinsam auf einer ‘CD-Extra’. Also Obacht! 6 Jahre alter Amateur-Content voraus — wobei ich finde, der Song war so schlecht nicht:
Monthly Archive for August, 2006
Page 2 of 3
Offensichtlich ein Hit, das Blog des iranischen Präsidenten. Das Beste daran formuliert der iranische Weblog-Pionier Hossein Derakhshan ironisch: “… we should be happy that they’re not going to shut down the blogging services as long as Ahmaedinejad is a populist.”
Immer auf dem aktuellen Stand sein zu Spam, Hoax, Kettenmail und Viren: Der seit langem unverzichtbare Hoax-Info Service der TU Berlin bietet auch ein Weblog mit RSS-Feed.
Ein Kauftip: Die aktuelle Ausgabe der Lettre International (”Europas Kulturzeitung”). In der Rubrik Alte Medien, Neue Medien beschäftigen sich gleich 2 Artikel sehr ausführlich und fundiert mit Weblogs. Autor Michael Massing beleuchtete Blogs im größeren Rahmen der US-Informationspolitik. Geert Lovink hingegen ist dem “Netzzynismus” auf der Spur. Sein Essay ist auszugsweise auch auf lettre.de veröffentlicht und liest sich so:
(…) Es wäre lächerlich, Blogger kollektiv als Zyniker zu denunzieren. Zynismus ist in diesem Kontext kein Charakterzug, sondern ein techno-sozialer Zustand. Das Argument kann also nicht lauten, daß Blogger vornehmlich Zyniker von Natur oder aus Überzeugung seien – oder gar vulgäre Exhibitionisten, denen jede Idee von Understatement abgeht. Es ist wichtig, sich den Zeitgeist zu vergegenwärtigen, der herrschte, als Bloggen als Massenpraxis entstand. Netzzynismus ist ein kulturelles Nebenprodukt von Blog-Software. Er etablierte sich zu einem bestimmten Zeitpunkt und resultiert aus Prozeduren wie Login, Link, Edit, Create, Browse, Read, Submit, Tag und Reply (Einloggen, Verlinken, Bearbeiten, Neues Dokument, Blättern, Lesen, Abschicken, Etikett und Antworten). Manche würden sogar die bloße Verwendung des Begriffs „Zynismus“ als Beschimpfung der Blogger werten. Daher noch einmal: Es geht hier keineswegs um eine subjektive Einstellung oder gar einen kollektiven Lebensstil. Netzzynismus glaubt schlichtweg nicht mehr an die Identitätsstütze der Cyber-Kultur mit den dazugehörigen unternehmerischen Halluzinationen. Er ist vielmehr gekennzeichnet durch die kalte Aufklärung, die einen postpolitischen Zustand charakterisiert, und durch die Beichte, wie sie von Michel Foucault beschrieben worden ist. Den Leuten wird erzählt, daß es keine Befreiung geben kann, wenn sie nicht „die Wahrheit sagen“. Wenn sie beichten (einem Priester, einem Psychoanalytiker oder einem Weblog), wird sie dieses Aussprechen der Wahrheit auf irgendeine Weise befreien. Es gibt tatsächlich ein Streben nach Wahrheit in der Welt der Blogs – einer Wahrheit, die mit einem Fragezeichen versehen ist. Wahrheit ist zu einem Projekt von Amateuren geworden und kein absoluter Wert mehr, der durch höhere Autoritäten sanktioniert wird. Abweichend von einer gängigen Definition könnte man sagen, daß Zynismus eine unerfreuliche Art und Weise ist, die Wahrheit zu sagen. (…)
Michael Massing: Informationspolitik. Wie Macht, Wirtschaft und Religion in den USA die Medien beeinflussen.
Geert Lovink: Digitale Nihilisten. Die Blogosphäre unterminiert den Medienmainstream
Seit 17 Uhr auf Sendung und bereits jetzt auch über den SWR2-FORUM Podcast zu haben (direkter Link). Diskutiert wird u.a. viel über Blogs vs. Journalismus, insbesondere das BILDblog und die Readers Edition der Netzeitung. Mit dabei:
Christoph Schultheis, BILD-Blog;
Peter Schink, WELT online;
Thomas Leif, Chefreporter SWR Fernsehen;
Moderation: Burkhard Müller-Ullrich
[via convers.antville.org]
“Die amerikanische Produzentenvereinigung MPA hat eine Offensive gegen ‘illegal’ ins Netz gestellte Gitarrentabs gestartet und verbucht bereits die ersten Erfolge.”
G-|———|———|———5——-|—-5—–5—–|
D-|—–7—|———|—–7—–5—-|—————–|
A-|-5-8—8-|-7-8-5-7-|-8————-|-8——8—7—|
E-|———|———|————-8—|—————–|
Der nächste Irrsinn des ausschließlich am Kommerz interessierten Teils der Kulturindustrie geht somit direkt gegen Hobby-Musiker, leidenschaftliche Amateure und (semi-)professionelle Covermucker. [via laut.de. Update 21.08.: Mehr dazu nun auch bei nicorola, Heise und der Netzeitung.]


Letzte Kommentare