Monthly Archive for März, 2007

4 laute Tage: Musikmesse

regioactive auf der Musikmesse Frankfurt (2)

Mit www.regioactive.de auf der Musikmesse. Alle Infos dazu hier. Mit Podcast! Neben regioactive wird zudem der bevorstehende Launch von musikbranche-deutschland.de promoted.

4 laute Tage – selbst, wenn man die Schlagzeug- und Percussionhalle meidet.

Arcade Fire sagen Europa-Termine ab

Schlechte Nachrichten am Sonntagmorgen: Win Butler ist krank (mehr dazu in seinem scrapebook) und Arcade Fire müssen passen. Selten hatte ich gleich so viel Vorfreude auf ein Konzert, aber nun bleibt nur eine Gute Besserung zu wünschen und Daumen zu drücken, dass es später in diesem Jahr klappt.

Morgen, am 26.3., gibt es immerhin eine Take-Away Show

The creation of Take Away Shows is linked to Arcade Fire. Before the cancellation of their European Tour, Arcade Fire played two amazing video session in Paris. One in a lift and, after, into the crowd

– online zu bestaunen. Die Trailer schauen schon mal vielversprechend aus.

Feromon im Storchennest

Gestern Abend herzhaft gelacht bei Serdar Somuncu im Karlstorbahnhof und heute Abend wieder Heidelberg: FEROMON und Mellow live im Storchennest.

njam

Sehr lecker gegessen heute Abend. Und zwar beim Blogger-Treffen im Restaurant “Zur Radrennbahn”. Danke nochmal!

kontrovers und kritisch über den Pokerboom

Interessant, via Blogscout und mit Spreeblick als Rechtfertigungsvorwand erreicht mich folgende Mail (Ausschnitt):

Hallo Blogbetreiber, das Thema “Werbung in Blogs” rückt sukzessive in den Mittelpunkt, einige der größten deutschen Blogs schließen diese Geldquelle nicht mehr explizit aus (spreeblick.com….). Angesichts dessen haben wir uns Gedanken gemacht, wie man die Interessen der Blogger an Finanzierungsquellen mit ihrem Anspruch, redaktionell unabhängig zu bleiben und nicht gegen die Interessen der Leser zu handeln, in Übereinstimmung bringen können. … Fokussiert haben wir uns daher auf ein kontroverses Thema, welches aber medial und gesellschaftlich immer mehr in den Blickpunkt rückt: Poker. … Die Idee ist es …, in einem durchaus gerne kontroversen und kritischen Artikel über den Pokerboom in Deutschland, der die Gefahren von Spielsucht auf keinen Fall kaschieren soll, über die Seite www.***.de zu berichten. MfG, Leif Weber

Hier ist meine kontroverse und kritische Antwort, Herr Weber: Nein danke. Rutschen Sie mir doch bitte den Buckel herunter. Danke. Spam bleibt Spam.

Musikalische Wettstreite

Stefan Niggemeier schreibt über den Grand-Prix-Vorentscheid und die Enttäuschung, die Monrose, aktuelle “Popstars”, dabei erleben mussten.

Natürlich haben diese Mädchen, wie sie dann heulend auf der Bühne standen, Mitleid verdient und keine Häme. Aber vielleicht tun sich all die, die auf Detlef D. Soost und Dieter Bohlen und ihre Versprechungen hereingefallen sind, irgendwann zusammen, und brüllen ihnen ins Gesicht, dass es in dieser Welt eben nicht reicht, ganz fest an sich zu glauben, nicht einmal, wenn man dazu noch ganz hart an sich arbeitet.

Schlimm genug, dieses Verheizen junger Talente in den großen TV-Shows wie DSDS und Popstars mit den dahinter stehenden Versprechungen. Aber warum in die Ferne schweifen? “On the ground”, also da, wo sich Bands und junge Musiker noch ohne TV-Werbetrommel durchzusetzen versuchen, gibt es genug Erschreckendes zu beobachten. Die Wettstreit-Kultur hat sich dort längst manifestiert. Die Grundannahme ist ja immer diesselbe: Der Kampf darum, die “beste Band” zu sein mobilisiert die jeweiligen Anhänger, Freunde und Freundinnen, die dann den Veranstaltungsort bevölkern. Doch die Bands erkaufen sich dies, bzw. müssen sich dies erkaufen.
Nehmen wir ein Beispiel, den GBOB, die Global Battle of the Bands. Das Versprechen lautet: Geile Gigs deutschland- und europaweit, Publikum en masse, und für den Gewinner sogar 100.000$ und eine Welttournee – Zwischengewinner erhalten auch mal ein paar Studiotage. Und wie schaut es wirklich aus bei dieser Veranstaltung, für die aus einem mir nicht ersichtlichen Grund sogar Campino von den Hosen ein Testimonial abgibt? Die Bands müssen weder Demo-Tape nocht sonstiges Material einschicken. Dafür aber hartes Geld, welches die Teilnahme dann garantiert. Wer zuerst bezahlt, spielt. Ein Schnäppchen ist das nicht gerade: Fällig werden 22€ pro Musiker, bei einer Gruppe bestehend aus Drummer, Gitarre, Bass und SängerIn macht das also z.B. 88€. Was bekommt man erstmal dafür: Nur die Garantie, auf einem der ersten regionalen Wettbewerbe teilzunehmen und 2 (!) – in Worten: zwei – Songs zum besten geben zu dürfen. Mehr als 2 sind auch nicht drin, denn GBOB überbucht die Veranstaltungen vollkommen: Mindestens ein Dutzend Bands teilen sich den Abend (14 u.a. vergangenes Jahr in Heidelberg). Also bezahlt man bei der Beispielband 88€ bzw. 44€/Song oder bei einer Tittellänge von 4 Minuten eben 11€ pro Minute. Stattlich. 11€ pro Minute um vor einem Publikum zu spielen, das zu seinem Großteil aus den Musikern der anderen 11 Teilnehmer besteht. Rentabel für die GBOB-Macher. Bei 31 bisher geplanten Events in Deutschland macht das 31×12x88=32.736€ an Einnahmen alleine von den Musikern. Bessere Mathematiker als ich dürfen sich die Chancen der Bands ausrechnen, auch nur einen der Zwischenpreise einzuheimsen. Wenn Herr Kovacs im Interview also behauptet, das Besondere an GBOB sei die Tatsache, “dass es den Bands auch wirklich etwas bringt”, so halte ich das für eine Lüge. Er sagt dies, um dem Konkurrenz-Event “Emergenza” eben genau das abzusprechen. Ich halte beide für unterste Liga, nur dass das Emergenza mittlerweile ein wesentlich besseres Standing (mehr PR, Werbung, Berichterstattung) vorzuweisen hat und damit den Bands ggfs. hier und da auf lokaler Ebene wenigstens ein bißchen “bringt”.
Ich habe selbst bereits Erfahrung mit Wettbewerben als Musiker. Mit Seahog Linus hatten wir Mitte der 90er an einer von Coca-Cola initiierten und gesponsorten Bandcompetition teilgenommen und mit Feromon am Mannheim Music Award 2002 – letzterer liegt derzeit auf Eis, unklar ist momentan, ob Mannheims neuer Musikbeauftragter ihn wiederbeleben wird. Wie auch immer, die Lehre daraus sagt: Ein Wettbewerb bringt nicht mehr als regelmäßige normale Gigs. Und bei letzteren können kleine Bands sogar Geld verdienen, statt bis zu nach dem Motto pay-to-play für 2 Live-Songs bezahlen zu müssen. 3 andere gute Bands ins Boot holen, gemeinsame Werbung und Fans mobilisieren, Location & PA mieten, Getränke auf Komission anschleppen, wechselnde Musiker-Besetzung an Kasse und Theke … das kann funktionieren, erfordert aber erhebliche Eigeninitiative. Ich halte es dennoch für jeden Versuch wert. Und gute Bands, die Publikum ziehen, kommen auch in kleinen Clubs unter, hin und wieder gibt es Chancen auf interessante Support-Gigs. Mal leichter, mal schwieriger, aber es ist möglich. Und, surprise: Bei einem normalen Gig kann man das Publikum mit seinem gesamten eineinhalb-Stunden-Programm überzeugen, statt 2 Songs zu präsentieren für die zuvor aus Zeitgründen (14 Bands!) nichtmal ein vernünftiger Soundcheck gemacht werden kann. Dass bei 14 Bands an einem Abend in Frage steht, überhaupt über das eigene Equipment zu spielen, habe ich erwähnt, oder? usw. usw.

thinking out loud

Mannheims neuer Beauftragter für Musik und Popkultur trat seine Stelle am 1. März an. Bereits am kommenden Montag stellt Sebastian Dresel seine Ideen auf der Diskussions-Veranstaltung „Kometen, Fixsterne und Superstars“ in der Mannheimer Feuerwache vor. Zu beneiden ist der als DJ Seebase bekannte Musikjournalist nicht unbedingt, denn man kann sich eigentlich wenige Freunde machen, wenn das Budget nur für einzelne Akzente ausreicht. Auch angesichts der umfassenden Stellenbeschreibung darf man gespannt sein, welche Prioritäten von ihm gesetzt werden (können). Um einen Eindruck zu bekommen, welche Erwartungen und Vorstellungen die Musiker, Veranstalter, Locationbetreiber und andere Beteiligte innerhalb der Region mit der städtischen Stelle verbinden, haben wir uns umgehört.

Meinungen, Erwartungen und Diskussion zum Amt des Mannheimer Musikbeauftragten auf regioactive.de.