Archive for the 'Ethnologie' Category

Mosul ‘14

Mosul ist in den Schlagzeilen. Offenbar haben Extremisten die nordirakische Metropole eingenommen. Muss an die Blogger und ihre hautnahen und emotionalen Geschichten denken, die ich zu Irakkriegs-Zeiten für meine Arbeit durchforstete. Vornweg A Star from Mosul. Zehn Jahre später sind die Menschen dort den Horror immer noch nicht los – hunderttausende Bewohner sind auf der Flucht. Zum heulen.

Watch: “Everything is a Remix”

Everything is a Remix Part 4 from Kirby Ferguson on Vimeo.

Tolle Serie über kulturelles Schaffen. Alle Folgen, mehr Infos: http://www.everythingisaremix.info

aber meine Jeans, die gebe ich nicht her

Ach ja, da war sich der Spiegel Online mal wieder nicht zu schade für eine geschüttelte Portion Exotismus. Bei so wenig echtem Inhalt darf die Bildergalerie natürlich nicht fehlen. Schon klar.

Interview mit Christoph Antweiler

Anders als die Helden des modischen Theorieschrifttums ist es eben immer noch nicht so, dass die typische Erdenbuergerin von einer kreolischen Mutter und einem migrantischen Vater in einem Flugzeug gezeugt und auf einem Flughafen geboren wird, um ihr Leben dann als transnationale Stadtnomadin in Megacities zu verbringen.

Ein teils sehr humorvolles, aufschlussreiches und mit vielen guten Links gespicktes Interview mit Christoph Antweiler über sein neues Buch “Was ist Menschen gemeinsam? Über Kultur und Kulturen”, kulturelle Gemeinsamkeiten, Universalien, Differenzen und zudem auch Lob für Ethnologie in den Blogs gibt es drüben auf anthropologi.info.

Blogs @UniHD

Das Rechenzentrum meiner ehemaligen Uni Heidelberg hat einen Blog-Server an den Start gebracht: http://blog.uni-heidelberg.de/.
Erklärungen für Einsteiger gibt es auch.

Sie sind Hermeneutiker

Welche Theorie liefert die zutreffendste Beschreibung der Geisteswissenschaften? fragt die ZEIT ihre Leser. Im Gegensatz zu Jochen finde ich mich durchaus in den Ergebnissen wieder. Natürlich ist das bei nur 5 Fragen reduziert und heruntergebrochen. Aus den Beschreibungen zu meinem Ergebnis:

Die Hermeneutik (von griechisch ἑρμηνεύειν: erklären, deuten, interpretieren) ist die Lehre vom Verstehen. Sie befasst sich mit den geistigen Werken und Gebilden, die der Mensch im Laufe der Geschichte hervorgebracht hat. Wichtigster Untersuchungsgegenstand der Hermeneutik war zunächst der Inhalt der Bibel, später folgten auch andere Textsorten. Im 20. Jahrhundert wurde die Methode von Autoren wie Martin Heidegger oder Hans-Georg Gadamer auf andere Bereiche übertragen. Nicht nur Texte, sondern auch Riten, Gesten, wissenschaftliche Theorien oder Weltanschauungen lassen sich hermeneutisch ergründen. Dabei geht die Hermeneutik von der prinzipiellen Unabgeschlossenheit des Verstehens aus. In Texten oder Äußerungen zeigen sich immer mehr Sinn-Schichten, als auf den ersten Blick erkennbar sind. … Kunst, Literatur, Religion oder Wissenschaft, … diese Gebilde übernehmen wir von früheren Generationen, wir können sie aber auch verändern, indem wir bestimmte Gesetze oder Anschauungen neu interpretieren. (…) Ein wesentlicher Bestandteil des Marxismus ist der historische Materialismus. Dahinter steht die Vorstellung, dass das menschliche Leben maßgeblich durch die Geschichte geprägt wird. Wir befinden uns immer schon in Verhältnissen, die andere geschaffen haben und denen wir uns in der Regel fraglos unterordnen. Gesteuert wird die Geschichte durch die sozioökonomischen Verhältnisse, die Produktions- und Arbeitsbedingungen einer Gesellschaft, im Marxismus auch als ‘Basis’ bezeichnet. Kulturwerke, politische Ideen oder religiöse Anschauungen bilden dagegen den ‘Überbau’ – Bereiche, mit denen es die Geisteswissenschaften klassischerweise zu tun haben.”

(Medien-)Ethnologie und Weblogs auf mediascapes.de

Ein Interview mit Lorenz animiert mich dazu, doch etwas mehr aus meinen bisherigen Texten und Notizen über Weblogs zu veröffentlichen. Was meine Fragestellungen an das Thema angeht, bleibe ich hier und nun eben auch da dran.

Vom fremd sein zur Blog-Freundschaft

Lilia Efimova veröffentlicht auf ihrem Weblog ein Stück aus ihrem 2007 erscheinenden Buch “Remote relationships in a small world”.

Wie entstehen “weblog-mediated relationsships” ist die Frage; am eigenen Beispiel des Kontaktes mit Andrea (hey, lange nicht mehr gebloggt!) zeigt Efimova dies auf. Ich habe bereits die ein oder andere grafische Darstellung von Efimova benutzt, um verschiedenes rund um Blogs zu erklären. Auch die neue zu diesem Probekapitel ist wieder großartig und auf Flickr auch mit Anmerkungen versehen.

So, what turns familiar stranger-bloggers into blogger-friends? Based on our own case we cannot provide definite answers for everyone, but there are a few factors that did it for us:

  • Reciprocity. Although it took some time to discover that our interests were crossing and expertise were complementary, the fact that we both saw ways of benefiting from communication was important in developing it further.
  • Vulnerable writing. In our case exposing our own uncertainties in writing turned into deeper trust and better understanding of each other.
  • Choice of media. Although our relationship started through weblogs, later on we employed a variety of tools to communicate. The ability to switch from the open-endedness of blogging in public, to the privacy of email, or the immediacy of Skype has helped to interact in ways that would suit our needs best.
  • Grab it as long it’s there! Text und Grafiken gehen aufgrund einer merkwürdigen Vereinbarung mit dem Verlag offline, sobald das Buch erscheint.