Archive for the 'Region Mannheim' Category

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Mannheim: Zum Stadtjubiläum wird gebloggt

Mannheim feiert dieses Jahr bekanntlich (?) ein großes Fest: 400 Jahre gibt es mein Heimatnest nun schon. Zu diesem Anlaß fand und findet einiges statt: Von Baumaßnahmen angefangen (Bsp. der alte Meßplatz) über Konzerte und andere Veranstaltungen bis hin zu unerfreulichen Kneipenschließungen. Und — surprise! — ein Weblog gibt es auch:
Auf Wordpress-Basis findet sich unter http://www.mannheim2007.de/ ein derzeit regelmässig aktualisiertes Blog mit vielen Unterseiten u.a. zu Stadtgeschichte und einem Event-Kalender. Umgesetzt hat das Ganze der Grünen-Politiker Gerhard Fontagnier mit seiner kleinen Agentur.

Naturtrübe Stadt?

Mannheim sei eine naturtrübe Stadt, sagt Saki in einer Doku über Mannheim. Muss ich ihn mal genauer fragen, wenn ich das nächste Mal im Rhodos bin. –> Trailer zu “Lichter Mannheims”.

Mannheim? Der Hermann war’s.

Warum heisst Mannheim Mannheim? Die Sendung mit der Maus erklärt es:

[direkt; via myblog/Resistance]

Kneipenklampfe

Vor kurzem musste eine von Mannheims Kultkneipen — das Old Vienna — ihre Pforten schließen. Das gesamte Interieur der Beize war abgenutzt, wie es Kneipentische, -stühle und -theke nur sein können. Aber das machte zum großen Teil den Flair des Vienna aus. Stammgast Till, seines Zeichens Gitarrist, Gitarrenbauer, netter Zeitgenosse und Inhaber des kleinen Ladens Musicant Mannheim, verkündet nun per Newsletter:

“Mannheims kultigste Szene-Kneipe, das “Cafe Old Vienna” fiel leider üblen Bau-Spekulationen zum Opfer und mußte schließen. Aus diesem Anlass hat sich unser Gitarrenbauer Till entschlossen, aus den Resten der legendären Vienna-Theke eine streng limitierte Anzahl von Custom-Gitarren zu bauen, die sogenannte “VIENNACASTER”. Grundkonzept ist eine Strat / Tele mit originalem Thekenholz als Decke, Maple-Neck und schwarzer Hardware (zum Trauern…). Es werden aber natürlich auch Sonderwünsche angenommen. Das Interesse ist groß, die ersten Orders liegen schon vor, und die Theke gibt wahrscheinlich nicht mehr als 5-6 Gitarren her.”

Genial, Till! ;)

Der Block, die Wilden, Propa-Ghandi, Neo-Rechtsanwälte, Könige und “zwo”

Eines steht fest: Auch Bloggen kostet Zeit. Darum bin ich froh um so kleine Social Software Erfindungen wie delicious — nichts ist flotter und praktischer, um interessante gelesene oder noch zu lesende Artikel und Links zu verwalten. Meinung, Kommentar und das Darstellen größerer Zusammenhänge funktioniert indes natürlich viel besser im Blog. Als bekennender Papiernotizblock3.0/A5-User skiziere ich mir solche Ideen in diesem immer wieder. Genauer: Termine und To-Dos verwalte ich mir am Rechner — geplante Artikel, Konzepte … alles umfassendere eben, landet (erstmal) auf dem Blog Block. Während man am Rechner und im Blog potentiell endlos Inhalte hinterlegen kann, bietet das der Block nur eine begrenzte Anzahl an Papierseiten. Und nun wurde gerade mal wieder einer voll. Das wichtigste übertrage ich in einen neuen Spiralnotizblock — sieht dann auch gleich wieder viel übersichtlicher aus. Aber von einigem muss ich mich in Richtung Altpapier trennen. Das ist gut so, denn von Zeit zu Zeit justiert man damit auch die eigenen Prioritäten neu. Trennen werde ich mich nun also ebenfalls von ein paar Überlegungen, die ich gerne mal gebloggt hätte:

Zum Beispiel über die unsäglich wilden von SAT1. Außer meinen Ärger über die Show zu artikulieren, hätte ich auch auf einen Artikel von Urte Undine Frömming im Journal Ethnologie verlinkt: Von Traumfischern und Sibirientestern: Gemischte Gedanken einer Ethnologin zu TV-Erlebnisdokumentation. Am Beispiel zweier ZDF-Produktionen stellt sie heraus, worum es in solcherlei Sendungen geht; wie u.a. um die Erkenntnis vieler Sender, es “müssen schon Deutsche im Film vorkommen, wenn es um fremde Länder geht.” Dazu noch die Feststellungen: “Ein echter Dialog der unterschiedlichen Kulturen findet nicht statt. … Die extrem gewählten Drehorte der Dokumentation muten allerdings wie der Versuch an, die westlichen modernen Errungenschaften zu bestätigen.”

Oder aber über den Musiker und britischen Pakistani Aki Nawaz, den die ZEIT im Rhythmus des Dschihad verortet. Und in der Tat, im Vergleich zu seiner Zeit als Propa-Ghandi bei Fun^Da^Mental — über die ich meine interessanteste musikwissenschaftliche Hausarbeit ausgerechnet in Ethnologie geschrieben habe ;) — scheint er noch weiter radikalisiert zu sein.

Bloggen wollte ich insbesondere zum aktuellen Blogosphäre-Aufreger rund um Rainersacht vs. Steinhöfel, die fragwürdigen politischen Ansichten des Letzteren und sein merkwürdiges Vorgehen gegen den Blogger, obwohl der Anwalt sich doch gerne als geschmacklos bezeichnen lässt.

Dann gab es da noch die Königsmacher; eine Legende darüber, dass ein Blogger und 5000 YouTube-User den Herrn Lieberman zum stolpern brachten. Oder so. Zumindest oft so ähnlich notiert, auch wenn sich das Ganze etwas komplexer entwickelt hatte und Joe Lieberman noch etliche taktische Optionen auf ein verlängertes Leben in der Politik verbleiben. Festzuhalten bleibt in jedem Fall: Die Ereignisse rund um die US-Blogosphäre und ihren Einfluss auf die öffentliche Meinung bleiben spannend. Zur Wahl im November spitzt sich da sicher erneut einiges zu.

Der anschwellende Web-Zwo-Null Hype wäre mir einen ausführlichen De-Hype-Artikel wert (Übertrag im Block); was die Mannheimer Agentur UnitZwo mit Blogs wie dem Aschenbecher-Blog oder dem Wurstfriedhof vorhat, frage ich mich ab jetzt nicht mehr.

Heute: Ende der Legende. Abschiedsfeier des Old Vienna. Viele Erinnerungen.

Anti-Anti-WM

Ich schaue soviele Spiele wie es zeitlich nur geht, lese WM-Blogs und besurfe Fifas zwölften-Web2.0-Mann. Spiele mit deutscher Beteiligung schaue ich in Mannheims Großbildzonen wie der Feuerwache, dem Capitol oder kommenden Dienstag der Jungbuscharena. Aber ich bremse vor dem Überschwang, grenze mich mit und durch mein Socceroos-Shirt ab und bringe mich durch Lektüre des Anti-WM-Blog konsequenterweise wieder richtig runter. Doch auch da teile ich nicht jede Kritik. Ich bleibe zwar Bedenkenträger gegen fußballnational motivierten Taumel, aber ich freue mich über jeden Pass und jedes Tor des deutschen Teams. Ich justiere täglich neu – so wie ich auch täglich erst kurz vor Spielbeginn meine Wetten platziere.
Ich bin eben anti-Anti-WM.

[inspired by]

Demo am 8.4. in Mannheim

8.4.2006: “Läuft nicht! Versuch eines bundesweiten Naziaufmarschs in Mannheim. Das “Aktionsbüro Rhein-Neckar” mobilisiert bundesweit zu einem Aufmarsch nach Mannheim für den Holocaustleugner Ernst Zündel. Sie erwarten dazu mehr als 1000 Teilnehmer. Wir rufen alle auf sich dem in den Weg zu stellen. Es gibt eine Demo, die um 10 Uhr am Gewerkschaftshaus startet. Danach findet den ganzen Tag ein Kulturfest in der City statt.” [Webseite der Kampagne, Timo]

Anm.: Der Aufmarsch der Rechtsextremisten bleibt indes verboten.